AMYOTROPHE LATERALSKLEROSE (ALS)

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS Krankheit), allgemein bekannt als Lou-Gehrig-Krankheit, ist eine progressive neuromuskuläre Erkrankung, die Muskelschwäche verursacht und die körperliche Leistungsfähigkeit des Patienten beeinträchtigt.

Die ALS ist eine Erkrankung, die zum Abbau und Absterben von Nervenzellen im Gehirn (obere Motoneuronen) und im Rückenmark (untere Motoneuronen) führt. Diese motorischen Neuronen sind die Kommunikationsverbindungen zwischen dem Gehirn und den willkürlichen Muskeln.

ALS Krankheit beginnt oft mit leichten Krämpfen oder Schwäche in Arm und Beinen sowie mit Sprachstörungen. In der Folge verliert der Patient als Folge dieser Krankheit die Kontrolle über die Muskeln, durch die er sich bewegt, spricht, isst und atmet. Selbst einfache Bewegungen wie das Drücken der Tasten der Computermaus werden schwierig.

Symptome

  • Komplikationen beim Gehen und anderen täglichen Aktivitäten
  • Schwäche in den Beinen und Füßen
  • Schwäche in den Armen und Händen
  • Verminderte Sprachfähigkeit oder kompliziertes Schlucken
  • Muskelkrämpfe oder unwillkürliche Bewegungen in den Armen, Schultern und der Zunge
  • Probleme mit dem Heben des Kopfes und der Aufrechterhaltung der normalen Körperhaltung
  • Die Krankheit beginnt zunächst vor allem in den Händen, Beinen und Gliedmaßen und breitet sich auf andere Körperbereiche aus. Im Verlauf der Krankheit werden die Muskeln allmählich geschwächt. Diese Schwäche erschwert das Kauen, Schlucken, Sprechen und Atmen.
  • Die ALS beeinträchtigt jedoch nicht die Kontrolle der Blase und des Verdauungssystems. Die Krankheit beeinträchtigt auch nicht Ihre Gefühle und Ihre Denkfähigkeit. Es ist möglich, dass der Patient weiterhin aktiv am Leben mit seiner Familie und seinen Freunden teilnimmt.

In der Anfangszeit zeichnet sich die ALS in der Regel durch Muskelzuckungen und eine nachlassende Kraft in den Armen und Händen oder Beinen aus.

Da die meisten Patienten einen Computer benutzen, stellen sie hier die ersten ernsthaften Einschränkungen fest. Plötzlich ist es mühsam, die Hände auf die Computertastatur zu heben und die Finger auf die Tasten zu drücken. Doppelklicks sind besonders frustrierend. Man muss die Maustaste schnell nacheinander nach unten drücken. Diese schnelle Muskelbewegung ist für ALS-Patienten besonders schwierig.

Wie können wir Ihnen helfen?

Mit Hilfe des OSC Talker können ALS-Patienten trotz ihrer Einschränkungen weiterhin kommunizieren und eine aktive Verbindung mit der Umwelt aufrechterhalten. Je nach Verlauf und Symptomen der Krankheit wird das Programm an die Fähigkeiten jedes Patienten angepasst. Mit den ausgeklügelten Funktionen des Gerätes ist der Patient in der Lage, frei und unabhängig mit Familie und Freunden zu kommunizieren.

OnScreenKeys/ Bildschirmtastatur

Viele ALS-Patienten verwenden die beliebte OnScreenKeys-Bildschirmtastatur, wenn die ersten Probleme mit den Armen / Händen auftreten. Statt mühsam die Hände über die normale Computertastatur halten zu müssen, kann OnScreenKeys komplett über die Computermaus bedient werden. Es genügt, den Mauszeiger über eine Taste der Bildschirmtastatur zu halten. Die Taste wird nach einer einstellbaren Zeit automatisch angeklickt. Mit OnScreenKeys können außerdem Mausklicks "simuliert" werden. Der Benutzer muss nicht mehr mühsam die Tasten der realen Computermaus drücken.

Augensteuerung

Eine spezielle Kamera, die auf die Augen des Patienten gerichtet ist. Die Kamera beobachtet die Blickrichtung des Patienten und richtet den Mauszeiger genau dorthin, wohin der Patient blickt. So ist es möglich, Felder im OSC Talker anzuklicken und so zu kommunizieren. So können Buchstaben angeschaut werden, um einen Satz zu schreiben. Der Satz kann dann über die Computerstimme ausgesprochen werden. Wenn der Patient über Symbole kommuniziert, so genügt es, dass der Patient lange genug auf ein Symbol schaut, um dieses auszuwählen. Die Computerstimme spricht dann den hinterlegten Satz aus. Um das Schreiben von Texten so schnell und komfortabel wie möglich zu gestalten, wurde eine "Doppelwortvorhersage" in den OSC Talker eingebaut. Das Gerät bietet das wahrscheinlichste nächste Wort nach dem Schreiben eines Wortes an, so dass über wenige Klicks ganze Sätze geschrieben werden können.

Kopfmaus

Kopfmaus - In einigen Fällen sind Kopfbewegungen für Patienten leichter als Armbewegungen. In diesem Fall wird eine sogenannte "Kopfmaus" verwendet. Eine Kopfmaus ist eine gute Möglichkeit, den Talker über Kopfbewegungen zu steuern, wenn die Halsmuskulatur noch stark genug dafür ist. Mit einer Kopfmaus bewegt der Patient den Mauszeiger über Bewegungen des Kopfes über den Bildschirm. Wenn der Benutzer seinen Kopf nach links bewegt, bewegt sich der Mauszeiger auf dem Bildschirm ebenfalls nach links. So wird das Schreiben und Kommunizieren über Kopfbewegungen auf einer speziellen Oberfläche möglich.

Umfeldsteuerung

Auch ohne Einsatz der Hände kann man als ALS-Patient die elektrischen Geräte in seiner Umgebung bedienen. Über den Computer kann man z. B. das Licht ein- und ausschalten oder den Fernseher bedienen. Möglich wird dies über eine sogenannte Umfeldsteuerung, die an den Computer angeschlossen wird. Auf dem Computerbildschirm werden entsprechende Felder eingerichtet, um beispielsweise den Fernseher lauter und leiser zu machen, das Programm zu wechseln oder um das Licht ein- und auszuschalten.. Möchte der Patient nun z. B. das Fernsehprogramm wechseln, so klickt der Patient einfach auf das entsprechende Feld auf dem Bildschirm. Der Computer sendet daraufhin den entsprechenden Befehl an das elektrische Gerät. Weil man auf diese Weise die Geräte im Umfeld steuern kann, nennt sich dies "Umfeldsteuerung".